Koordinierungstelle verweigert Unterstützung

Pressemitteilung: Koordinierungstelle gegen Rechts verweigert Antifacamp die Unterstützung

Heute fand ein Gespräch zwischen dem Organisationskreis des Antifacamps und der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund statt. Das Gespräch, bereits das zweite Treffen in diesem Rahmen, verlief aus Sicht der Antifaschisten erschreckend. Die Koordinierungsstelle verweigert den Organisatoren die Unterstützung.

”Die Koordinierungsstelle erklärt in ihrem Selbstverständnis, dass ‘Aktivitäten gegen Rechts effektiv vernetzt, unterstützt und zielgerichtet ausgebaut’ werden sollen”, so Tobias Schmidt, Pressesprecher des Organisationskreises. ”Statt diesem Auftrag nachzukommen, wurde uns mit fadenscheinigen Begründungen und Unterstellungen eine Zusammenarbeit verweigert.”

Die Koordinierungsstelle gab im Gespräch unter anderem an, dass die Organisatoren sich zu spät mit ihnen in Verbindung gesetzt hätten. Es sei zeitlich nicht mehr möglich gewesen, das Camp zu unterstützen. ”Das Antifacamp wird seit Anfang des Jahres intensiv beworben. Nachdem bis Mitte Juni offenbar kein Interesse bestand, mit uns zu reden, haben wir von unserer Seite aus einen Kontakt mit der Koordinierungstelle initiiert und ein erstes Gespräch geführt”, so Tobias Schmidt. ”Kurz darauf hat die Koordinierungsstelle dann selbst – mit einem Tag Vorlauf – zu Gesprächen mit den Bündnissen gegen den Naziaufmarsch eingeladen – ohne das Antifacamp einzubeziehen”.

Im heutigen Gespräch wurde den Organisatoren vorgeworfen, undemokratisch vorzugehen. Sie hätten sich nicht mit den Menschen in Dorstfeld in Verbindung gesetzt. ”Das ist schlicht nicht korrekt. Wir organisieren dieses Camp, gerade weil wir von den Aktionen der Nazis in Dortmund immer wieder betroffen sind. Natürlich stehen wir mit den Menschen aus Dorstfeld in Kontakt und binden sie in die Organisation des Camps ein”, stellt Schmidt klar.

Außerdem wirft die Koordinierungsstelle den Antifaschisten vor, linke und rechte Gewalttäter in den Stadtteil zu locken. Hierzu der Pressesprecher des Organisationskreises: ”Wie die Koordinierungsstelle nach Blick auf unser Programm darauf kommt, wir würden Gewalttäter in den Stadtteil locken, ist uns unverständlich. Dass zum Beispiel Veranstaltungen über den Mord an Mehmet Kubasik oder über das historische Leben und die Verfolgung jüdischer Menschen in Dorstfeld Gewalttäter anziehen sollen, ist absurd. Selbst die Polizei hat in einem ersten Kooperationsgespräch keine Bedenken in dieser Richtung geäußert. Gerade weil die rechten Gewalttäter nicht mehr nach Dortmund gelockt werden müssen, sondern längst da sind, veranstalten wir unser Camp”.

Entgegen der Haltung der Koordinierungsstelle wird das Vorhaben, ein antifaschistisches Camp in Dorstfeld zu veranstalten, bereits von vielen Seiten unterstützt. ”Verbände wie zum Beispiel die Verdijugend, Vertreter von den Grünen oder der Piratenpartei, lokale Vereine und Gemeinden und nicht zuletzt zahlreiche Antifagruppen aus dem ganzen Bundesgebiet sind sich einig, dass das Camp stattfinden wird”, erklärt Schmidt.

Nach Angaben der Koordinierungsstelle kollidiert der bisher vorgesehene Platz des Antifacamps, der Schulte-Witten-Park in Dorstfeld, mit anderen Veranstaltungen. ”Hier hätte die Koordinierungsstelle die Möglichkeit, ihrem Namen gerecht zu werden. Uns jedenfalls ist an einer Koordinierung mit anderen Aktionen gelegen”, so Tobias Schmidt. ”Dorstfeld ist groß genug. Die Koordinierungsstelle sollte ihre Blockadehaltung aufgeben und sich mit dafür einsetzen, dass alle Veranstaltungen gegen Nazis stattfinden können.